Die Kinder von Newtown

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Den Kindern von Newtown kann in dieser Welt nichts Schlimmeres, Endgültigeres mehr zustoßen, doch droht ihnen weiterhin Gefahr. Weder der Himmel scheint sie aufnehmen zu wollen und die Hölle wird ihnen (möglicherweise) erspart bleiben, dafür droht ihnen aber die Verbannung in das Reich der Absurdität.

Ein Reich in dem die Floskel herrscht und Schicksal und Personen zur Verhandlungsmaße werden. Auf Schlagworte reduziert werden sie paketweise in der Auseinandersetzung aufeinander abgeschossen, um dem jeweiligen Gegner größtmöglichen Schaden zuzufügen. Denn hier herrscht Kampf. Hier wird um jeden Quadratzentimeter Zustimmung geschlachtet.

Doch für viele wird dies kein Grund zur Trauer oder Beunruhigung sein, denn die Kinder werden auch dort Gott ganz nahe sein. Denn auch er bewohnt dieses Reich, wenn auch als bloß Satzbaustein politischer Forderungen, als Schlußpunkt ultimativer Feststellungen und rhetorischer Grabstein jeder Debatte.

Aber es ist kein Reich für Kindern, denn dort wird nicht gespielt. Alles ist hier behaupteter tödlicher Ernst und auch Kinder sind hier gleichermaßen Waffen, wie Soldaten. Die Ereignisse werden in eine endlose Wiederholungsschleife gezwungen, die die politischen Wiedergänger, die einzigen natürlichen Bewohner dieses Reiches, antreibt. Allerdings nur bis sie verschlissen sind und gegen ein neues, effektiveres Unglück ausgetauscht werden, dass die Maschine noch effektiver vorwärtsbewegt.

Eine Fortentwicklung der regressiven Bewohner ist nur durch die Superlative des Grauens zu erreichen, die doch immer ihre guten Absichten betonen: Sie wollen nur arbeiten. Auch Trauerzeit ist für die Kriegswirtschaft hinderlich. Dafür müssen Eltern, Geschwister, Verwandte und Freunde Verständnis haben. Zweifel ist der Feind dieses Schattenreiches, dass es zu erhalten gilt.

Man muß also Verständnis haben für diese armen Gestalten, mit Ihnen mitfühlen, sie füttern und pfleglich behandeln, ihnen Respekt entgegenbringen und auf jeden Fall keine schwere Lasten wie Pietät aufbürden. Sie wollen doch nur ihre Kampfarbeit verrichten und tote Kinder verschleissen.

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