Klaus Wowereit über den Wolken…

drachensteigen

Der Himmel über Berlin ist verhangen, es ist regnerisch und kalt. Und auch wenn der Winter nicht so recht Winter sein möchte, so sind die Tage doch unangenehm in ihrer feuchten Kälte. Die Menschen huschen zwischen der unregelmäßig fahrenden S-Bahn zu den Handy-Shops und Malls, die sich wie Pilze in der Stadt verbreiten.

Hoch über der Stadt brummt derweil der Luftverkehr. Ein reger Austausch herrscht hier. Scheinbar befreit von den Gesetzen, der Schwerkraft und dem Grau-im-Grau unterhalb der Wolkendecke bewegen sich Flugzeuge über ihre Himmelsbahn.

Und dennoch…
Bürgermeister Klaus Wowereit verspätet sich. Auf 8000 Metern Flughöhe über dem Boden der Tatsachen schwebt sein Flugzeug durch die Lüfte und es ist momentan nicht abzusehen, ob es jemals wieder sich uns Erdbodenbewohnern annähern wird. Denn sein Ziel der Flughafen BER ist noch so weit entfernt. Dessen Fertigstellung wurde heute erneut verschoben, nachdem festgestellt wurde, dass das Terminal bereits vor der Fertigstellung saniert werden muß. Die kalten Jetstreams pfeifen um die von allen guten Geistern verlassenen Gebäude. Während weit oben im Himmel Klaus Wowereit nicht zu landen vermag.

Doch es gibt kein Grund zur Beunruhigung. Nichts deutet darauf hin, dass er seine Tanks auffüllen müßte und auch die Regierungsgeschäfte und andere Probleme erreichen Klaus Wowereit als Funksprüche. Rauschend und knisternd erhält er Nachricht, so weit von seiner Stadt und ihren Bürgern entfernt ist. Zwar besteht die Berliner Senatskanzlei darauf, dass sich Wowereit nicht in einer Warteschleife befindet, aber ob sein Flugzeug sich einem Ziel nähert, davon entfernt oder es doch nur umkreist… Wer weiß das schon?
“Wir können dazu derzeit keine definitiven Angaben machen,” heißt es in kaltem, nüchteren Pilotendeutsch in der Stellungnahme der Pressestelle der Berliner SPD dazu.

So bleibt der Funkverkehr, der rege, respektierliche Austausch von Positionsangaben im Äther des Ungefähren das was Klaus Wowereit mit den Regierungsgeschäften verbindet. Doch sie sind nicht gefährdet, betont die Senatskanzlei, auch wenn man einer munkelt auf den Frequenzen sei nur Reinhard Meys alter Hit “Über den Wolken” zu hören.

Doch die Bürger der Stadt sind ruhig. Wenn man sich Wowereits versichern möchte, dann muß nur an einem klaren Tag irgendwo in Berlin vor die Tür gehen, die Augen zusammenkneifen, dann sieht man in Richtung Südwesten ein Blitzen im Himmel. Das, das ist Wowereit.
Allerdings nicht bei der derzeitigen Großwetterlage, fügte die Senatskanzlei hinzu.

This entry was posted in Politik and tagged , , , , , , , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply