Arbeit auf der Baustelle Christi’

engel_kirchenfenster

Die Mauer der Burg Christi’ wanken nicht. Sie sind höher geworden. Stolz stehen sie am Horizont der Zeitläufte und erstrahlen jeden Morgen, während hinter den fest verschlossenen Türen, Gittern, Gattern und Fenstern ein frommes Hosianna nach dem nächsten erklingt.

Dort wir fleißig gearbeitet, emsige Mönche und Priester walten ihrer Ämter, erneuern die Kerzen, füllen den Weihrauch nach und backen Hostien. Und sie warten geduldig auf den nächsten Gottesdienst, proben eifrig dafür dass alles perfekt ist für den Tag an dem die Gläubigen die Mauern der Burg erklommen haben und sich müde in die Kirchenbänke und Beichtstühle fallen lassen.

Währenddessen arbeitet oben, weit über allen anderen, unermüdlich der Papst, mit der Maurerkelle in der Hand. Stein auf Stein türmt er Mauern der Burg weiter auf, wagrecht, senkrecht, immer dem Lot hinterher. Außen strömt die Zeit durch den Burggraben vorbei und vertieft ihr Bett.

Doch nun hat der Papst, Benedikt XVI., die Maurerkelle abgegeben. Er ist für die harte Arbeit auf dem Bau zu alt geworden. Tag um Tag hat er sich, mit einem leichten Lächeln und einem Gebet auf den Lippen, die unzähligen Stufen bis zur Spitze der Burg hinaufgeschleppt und ist dort pflichtbewußt seiner Arbeit als oberster Bauherr der Kirche nachgegangen, mit Eimern voll Mörtel – für die Lücken – in der Hand.

Ein anderer wird die päpstliche Maurerkelle übernehmen und Benedikts XVI. Platz auf den Türmen der Burg Christi’ einnehmen, während Benedikt XVI. ich einen ruhigen Platz in der Burg suchen wird, dort wo die Hosiannas die Geräusche der Baustelle übertönen.

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