Rezension: “Verehrt, verfolgt, ermordet”

Thomas Gainsborough - A peasant girl with dog and jug (Quelle: Wikipaintings)

“Verehrt, verfolgt, ermordet” ist mehr als nur ein spannender Kriminalroman, basierend auf wahren Fakten hat der Autor Jaulund sich daran gemacht das Leben des Grundgesetzes zu recherchieren und vor allem zu dokumentieren. Von den ersten Jahren in denen es im Schatten von Diktatur und Besatzung hoffnungsvoll aufbricht, über das autoritäre Elternhaus und den erzkonservativen Erzieher Adenauer, bis zu seinen letzten Lebensjahren in denen es auf der Straße um sein Leben kämpft.

Die Wendungen im Leben des Grundgesetzes könnten dabei nicht spannender sein: Kaum befreit es sich in den 60ern aus den Fängen seines autoritären Elternhauses wird es auf Berliner Straße von Polizisten niedergeknüppelt. Es folgt eine Dekade der Verwirrung: Verhaftungen, Großfahndungen, Radikale, Notstände.

Das Grundgesetz gerät in eine psychische Krise, in katatonischem Zustand versucht es die 80er zu überleben, bis selbst die Ärzte die Hoffnung aufgeben. Doch an diesem verzweifelten Zustand, als das Grundgesetz nur von Angstzuständen geplagt zuckend und zitternd in einer Ecke sitzt, kommt es noch viel schlimmer. Was folgt ist ein Horrortrip, der an Drastik kaum zu überbieten ist.

Wie eine Bombe werden die Mauern niedergerissen, das Grundgesetz ans Licht gezerrt. In schaurigem Detail wird geschildert wie das Grundgesetz skrupellos mißbraucht wird, um damit die Bevölkerung eines anderen Landes gewaltsam niederzuringen. Wahnsinnig geworden läuft es Amok, reißt Firmen und Kulturinstitutionen mit sich in den Abgrund bis die Menschen in Verzweiflung sich ihrem Schicksal ergeben. Kein Kriegsbericht könnte sich schlimmer lesen und es ist dem Autoren Jaulund zu danken, dass sie vor der Aufgabe zurückgeschreckt sind diese Details zu schildern.

Doch besonders im letzten Teil des Romans zeigt sich die Tragik dieses ausgebeuteten Lebens: Erschöpft und ausgelaugt wird es zur Verhandlungsmasse machtgieriger Europapolitiker und schließlich der gesamten Politik. Zunehmend verfolgt von Supergrundrechten und Geheimkriegen, verliert es seine letzte Kraft als es ihm nicht einmal mehr gelingt seine eigenen Bürger zu beschützen. Die Diplomatie hat Vorrang.

Es endet schließlich – in einer herzzerreissenden Szene – auf dem Müllhaufen der Geschichte, während verzweifelte Bürger noch versuchen unter ihm Schutz zu suchen. Doch es kann nicht mehr sein. Das Grundgesetz krepiert elendlich und die Bürger werden von Sicherheitsbeamten regiert. Längst sind die Grundrechte für den Staat nicht schützenswert.

Jaulunds Roman “Verehrt, verfolgt, ermordet” ist ein großes, ein wichtiges Buch der Deutschen Literatur und sollte in keinem Deutschen Bücherregal fehlen.

Jetzt erhältlich für 39,99 im kaminkatze.de-Shop!

This entry was posted in Politik and tagged , , , , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply