Der Minister, der Sicherheitsexperte und die nackigen Jungs

Franz Stuck - Cupid at the Masked Ball (Quelle: Wikipaintings)

Da muß ein Minister wegen ein paar nackigen Jungs zurücktreten. Jetzt muß man sich einfach mal die Frage stellen: Was ist ein Minister gegenüber ein paar nackigen Jungs?

Beziehungsweise was war ein potentieller Innenminister Edathy schon im Vergleich zu ein paar nackigen Jungs? Natürlich muß dies dem Amtsinhaber Friedrich ein Dorn im Auge gewesen sein: Ein Konkurrent, der sich trotz seiner Beschäftigung mit nackigen Jungs als potentieller Innenminister sieht, muß einem Erfinder des Supergrundrechts Sicherheit wie eine Zumutung erschienen sein.

Ein klärendes Gespräch mit dem zukünftigen Koalitionspartner über die Gewohnheiten des Konkurrenten läßt sich dann auch nicht von einzelnen Paragrafen wie etwa §353b, “Verletzung des Dienstgeheimnisses”, verhindern. Zumal der Minister bereits während seiner Amtszeit als Innenminister wichtigeres zu tun hatte, als sich um Recht und Gesetz zu bemühen.

So sah er durchaus den Vorteile von nackigen Jungs: Sie haben nicht nur Unterhaltungswert, oder monetären Wert, wenn man Bilder von ihnen im Internet bestellt; nein, sie haben auch praktischen politischen Nutzen. Doch in der Konsequenz ist es schmerzlich, dass ein Sicherheitsexperte einer gegnerischen Partei nun zum Unsicherheitsfaktor in der Karriere eines Hans-Peter Friedrich geworden ist, bloß weil sich der eine wie der andere der nackigen Jungs bedient hat.

Da wird nun der Landwirtschaftsminister, der sich eben noch für die Stärkung des ländlichen Raums eingesetzt hat, selber in die Wüste geschickt. Man kann das durchaus als Dienstausflug bezeichnen.

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