Ungedenk-Rede

Nachdem Angela Merkel auf der Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) gesprochen hat, hat es Harmadillo auch für notwendig erachtet zu heutigen Gedenktag auch eine Rede zu schreiben.
Wir distanzieren uns ausdrücklich und grundsätzlich von allem was Harmadillo  zu sagen hat.

Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident, sehr geehrter Herr Bundestagspräsident, sehr geehrter Herr Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Exzellenzen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Ausländer, liebe Neger,

Ich danke Ihnen, dass Sie heute zu dieser Gedenkveranstaltung gekommen sind. Wir wollen sie nicht umsonst ausgerichtet haben.

Wie sie sicher schon bemerkt haben, brennen auf dem Podest neben mir Kerzen. Zusammen mit Ihnen, die vor mir sitzen, ergibt dies eine ausgesprochen gute Fotogelegenheit.

Um den Ermordeten zu gedenken und den Fotografen die Möglichkeit zu geben Bilder zu schießen, möchte ich sie jetzt um einen Moment des Schweigens bitten.

Irgendwelche Neonazis haben Morde begannen. Das kommt leider vor.
Aber kommen wir zu wichtigeren Themen…

Einige Ermordete standen jahrelang selber unter Verdacht. Das tut uns wirklich leid, aber irgendjemand muß man für all das Übel in diesem Land verantwortlich machen und da kamen uns ein paar Tote Ausländer, die man einfach mal des Drogenhandels verdächtigen oder der Mafia zurechnen konnte, gerade recht. Man kann ja nicht vermuten, dass ein paar polizeibekannte, rechtsextremistische Bombenbauer hinter so etwas stecken könnten. Das ist schon perfide und wir sind schockiert darüber, wie die Öffentlichkeit von ihnen hinter das Licht geführt wurde.

Mit Takt und Würde arbeiten wir deswegen an der Aufarbeitung der Fälle, die die deutschen Medien den Namen “Dönermorde” gegeben haben. Wer oder was da am Drehspieß gebraten wurde, dass haben wir aus Pietät verschwiegen. Das muß man uns wirklich positiv anrechnen.

Aber da wir ein großzügiges Land sind, entschuldigen wir uns einfach mal, dass wir etwas übersehen haben könnten. Wir waren einfach zu sehr damit beschäftigt einem Thilo Sarrazin auf die Schulter zu klopfen und zu bestätigen dass er kein Rassist ist, um uns mit Mord zu befassen. Das deswegen auch eine junge Deutsche sterben mußte, deren Fall in den Medien ausgebreitet wurde, während die anderen Morde in den Lokalteil rutschten, sollte einfach mal deutlich machen, wo unsere Prioritäten liegen.
Aber wir machen jetzt hier diese Veranstaltung, was auch wieder ein Zeichen unserer Großzügigkeit ist.

Natürlich kann niemand den Zorn und den Schmerz ungeschehen machen, aber wir alle können heute zeigen: Sie stehen nicht länger allein. Wir haben schon längst einige Beamten des Verfassungsschutzes für sie abgestellt. Da fühlen Sie sich doch gleich sicherer, oder?

Sie haben Angehörige, Familienmitglieder verloren und sind deswegen vielleicht in die eine oder andere Notlage geraten. Das deswegen nicht alle von Ihnen hier sein können, dafür haben wir natürlich Verständnis!
Wir hoffen aber, dass die, die heute hier sind, alle wieder zurückkehren woher sie gekommen sind und wünschen noch einen schönen Tag.

This entry was posted in Alltag, Politik and tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply