Psychologische Kriegsführung

Hendrick ter Brugghen - Duet (Quelle: Wikimedia Commons)

Bei der Anti-Überwachungs-Demonstration “Freiheit statt Angst” (FsA) in Berlin ereignete sich heute ein schwerer Zwischenfall. Nach einer verspäteten Auftaktveranstaltung begannen die Teilnehmer ihren Demonstrationszug durch das Berliner Regierungsviertel. Dabei schwenkten sie Plakate und Transparente auf denen sie unter anderem Asyl für Edward Snowden, mehr Transparenz der Geheimdienste und ein politisch wirksames Vorgehen der Bundesregierung gegen die Spähaktionen der amerikanischen NSA forderten.

Der Umzug verlief auch nach Polizeiangaben zuerst friedlich. Erst vor dem Kanzleramt kam es dann zur Eskalation: Gerade als die Demonstranten für eine Zwischenkundgebung zum Stillstand gekommen waren, griffen die Behörden zu radikalen Mitteln, um die Veranstaltung doch noch zu unterbinden: Eine Blaskapelle begann, elektronisch verstärkt, die Größten Hits von Phil Collins in der Easy Listening-Variante zu spielen und unterband damit jede sinnvolle politische Aussage der akustisch unterlegenen Redner der “Freiheit statt Angst”. Selbst dem Schwarzen Block, der sich wohl aus Versehen auf der Suche nach einer Pro-Palästina-Demo auf die FsA verirrt hatte, blieb nichts anderes übrig als die Tortur über sich ergehen zu lassen.

Bisher ist noch unklar, wieviele Opfer zu beklagen sind. Mehrere Teilnehmer sollen sich aber wegen gehirnfressender Ohrwürmer selber in Krankenhäuser eingewiesen haben und angeblich ist schon jetzt absehbar, dass die Berliner Blogosphäre in den nächsten Wochen nur Beiträge für 45jährige, übergewichtige Singlefrauen schreiben wird. Die Wirkung auf die an der “Freiheit statt Angst” beteiligten Organisationen wird vermutliche ebenfalls verheerend ausfallen, da sie sich nicht nur dem Vorwurf die Sicherheit der Demonstranten aufs Spiel gesetzt zu haben ausgesetzt sehen. Vielmehr sind auch viele Führungspersonen derselben Opfer der Easy Listening-Attacke geworden und sind seitdem sprachlos. Andererseits wird gemeldet, dass sich dies positiv auf die Berliner Piratenpartei auswirken könnte.

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