Der Geruchssinn leitet uns zum und durch das Saarland

Ein Gastbeitrag von Harmadillo:

Im Angesicht der morgen in Saarbrücken beginnenden Koalitionsverhandlungen ist es an der höchsten Zeit sich noch einmal mit dem Ergebnis der Landtagswahl auseinander zu setzen. Denn diese Wahl war eine Zumutung!

Ein Wahlkampf indem die Programme aus “Wenn wir Euch ficken, dann ist das angenehm! Wenn’s die anderen tun, tut’s weh!” bestehen und das Ergebnis nur dem internen Schwanzvergleich nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip dient, weil jeder so gerne Ministerpräsident, wofür steht man da am Wahlsonntag eigentlich auf?

Das Ergebnis hat so eine große Bedeutung wie eine zehn Jahre alte Ausgabe des “Wachturms” und genau dieselben Sprüche werden von den selbsternannten Leistungseliten im Landtags verbreitet. Denn das himmlische Königreich wird ja bald kommen, wenn wir bis dahin nur genug glauben.

Die sogenannten “Koalitionäre” hatten sich bereits vorher für eine Koalition entschieden. Was in Wahrheit dafür steht, dass hier die Macht unabhängig von jeder Entscheidung des Souveräns bereits vorher untereinander aufgeteilt wurde. Nicht überraschend für zwei ehemalige Volksparteien, die sich seit der Gründung der BRD an der Macht abgewechselt haben und deren Machtanspruch erstmals realistisch in Frage gestellt wird. Also hat es hier keine Überraschungen gegeben.

Und bei den anderen Parteien?
Die Grünen sind mit ihrem Wahlergebnis dort, wo sie als jamaikanische Wahlhuren hingehören: An den Rande der demokratischen Gesellschaft. Die alten Liberalen betreiben ihre Selbstmontage als besonders elaboriertes Meisterwerk der Performance Art, ein post-moderner Remix aus Wagner (Anspruch) und Muppet-Show (Realität). Urheberrechtlich bedenklich, aber wenigstens unterhaltsam. Weswegen die neuen Liberalen, bekannt unter dem Namen Piraten, das auch schnell – in weiser Voraussicht – abschaffen wollen. Es soll ja weder beim eigenen, unaufhaltsamen Aufstieg, noch beim unvermeidlichen Abstieg im Wege stehen.

Mit anderen Worten: Die Koalitionsverhandlungen, deren Dauer kürzer als der Name der einen Partnerin und deren Ergebnis unorigineller als der Andere, der sich geschmeichelt fühlen darf, wenn man ihn mit einem Techno-DJ verwechselt, sein wird, werden “erfolgreich” und zum Besten des Landes und der Bevölkerung abgeschlossen werden! Auch wenn man beide in Ketten legt, ihnen die Augen verbindet, Kopfhörer aufsetzt und mit Techno beschallt und sie an unterschiedlichen Ende des Saarlandes aussetzt, werden sie sie dennoch – alleine sich auf ihren Geruchssinn verlassend – zueinander finden.

Und genau deswegen, weil unsere Politiker zu solchen Leistungen fähig sind, sollten wir uns nicht mit dem üblichen Ablauf von Koalitionsverhandlungen zufriedengeben:
Wir wollen das sie das Landesbudget um eine dreistellige Milliardensumme kürzen und dafür alle Schulen schließen und alle Polizisten entlassen. Außerdem soll ein Gutachten erstellt werden, ob man das Saarland nicht als Atommüllendlager für französische Brennstäbe nutzten kann!

Wir erwarten einfach nicht genug von unseren Politikern!

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