Mein Name ist Bond, Euro Bond!

Die bei dem G8-Treffen in Chicago umstrittene Initiative zur Wiederbelebung der europäischen Filmwirtschaft stößt auf ungeahnte Hindernisse. Zuerst waren die versammelten Regierungschefs noch optimistisch, dass Sean Connery die Rolle als Euro Bond annehmen würde. Allerdings ließ Connery inzwischen durch einen Sprecher verlauten, dass er sich angesichts seines fortgeschrittenen Alters (Connery wird dieses Jahr 82) sich nicht in der Lage fühle Europa zu retten.

Nachdem nun die Rolle des Euro Bond wieder unbesetzt war, wurden auch andere Aspekte der Produktion und der zugrunde liegenden Geschichte erneut thematisiert. Dies führte innerhalb der G8-Runde zu Verstimmungen, da einige der Teilnehmer (vor allem Deutschland) davon ausgegangen waren, dass Handlung und die Rahmenbedingungen der Produktion beschlossene Sache seien. Allerdings wird immer wieder darauf hingewiesen, dass es keinen klassischen Bond-Roman gebe auf dem die Handlung basieren könnte.

Deswegen gab es angeblich besonderer Widerstand durch die – beim G8-Gipfel nur von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso vertretenen – südlichen EU-Staaten. Da das Drehbuch bisher noch nicht öffentlich zugänglich ist, sind die meisten Journalisten auf Vermutungen angewiesen. Einigkeit scheint allerdings darüber zu herrschen, dass der Grund für den Widerstand der südlichen EU-Länder die Tatsache sein soll, dass Bonds Gegenspieler aus einem jener Länder kommt. In dem obligatorischen dramatischen Finale am Ende des Films soll Euro Bond den Bösewicht natürlich besiegen und den europäischen Kontinent vor dem Untergang bewahren.

Die Reaktionen der Öffentlichkeit sind momentan noch gespalten. Während einige Bond-Fans die Aussicht auf die Produktion begeistert begrüßen und ankündigten, dass sie es nicht erwarten könnten, dass Bond Europa rettet, waren andere noch unentschieden was sie davon halten sollen. Im Internet wurde bereits heftig diskutiert und in Fan-Kreisen unter anderem darauf hingewiesene, dass es schon “seit 1985 keinen guten Bond mehr gegeben habe”.

In einer spontan organisierten nicht-repräsentativen Umfrage haben wir einige Passanten nach ihrer Ansicht zum Euro Bond und dessen Erfolg befragt und vor allem skeptische Reaktionen geerntet. Allerdings warf ein Fan ein: “Naja, kommt drauf. Mit hübschen Bond-Girls kann man alles verkaufen.”

 

Ref: Die FAZ zur Diskussion über die mögliche Einführung von Eurobonds

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