Sepp Blatter und die olympischen Spiele

Sepp Blatter, seines Zeichnes Präsident des in einem massiven Korruptionsskandal verwickelten Weltfußballverbandes FIFA, sieht sich ganz neuen, bisher unerwarteten Problemen gegenüber. Grund dafür ist eine Regel des Organisatorenkomitees der Olympischen Spieler 2012 in London: Diese Regelung verbietet ausdrückliche eine Verbindung zu den Olympischen Spielen in einer “falschen, irreführenden, herabwürdigenden oder andernarts anrüchigen” Art und Weise herzustellen (“false, misleading, derogatory or otherwise objectionable manner”).

Nun ist Sepp Blatter allerdings nicht nur Präsident des Weltfußballverbandes, sondern auch Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, so dass er in persona eine herabwürdigende Verbindung zwischen dem Korruptionsskandal und den Olmypischen Spielen herstellt.

Obwohl die Angelegenheit noch nicht ausgestanden ist und es offen bleibt, ob gegen Sepp Blatter wegen seiner Person rechtliche Schritte eingeleitet werden, scheint es die offizielle Linie beim IOC zu sein, ihr Mitglied nicht weiter zu behelligen. Nachdem Sepp Blatter dem IOC, offensichtlich aus seinem Kenntnisstand als Mitglied schöpfend, bescheinigte, dass das IOC seine Buchhaltung “wie eine Hausfrau” (für Nicht-Fußballfreunde: dies war in diesem Kontext eine Beleidigung) handhaben würde, scheint auch das IOC von dieser Aussage überzeugt zu sein. Prompt bestätigte das IOC diese Sichtweise und attestierte vorerst – sicherlich nach eingehender hausfraulicher Prüfung – der FIFA, dass es keinerlei Beanstandungen an dessen System aus Bestechung und Korruption hätte.

Diese Feststellung ist auch für Außenstehende eine beruhigende Nachricht, die sich nun versichert sein können, dass selbst das IOC seine Verbindungen zu derartigen Geschäftspraktiken nicht als “falsche, irreführende, herabwürdigende und andernarts anrüchige” Kritik versteht.

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