Zahl der Sommerpsychosen nimmt weiter zu

Nachdem auch in den bisher kühl gebliebenen Osten Deutschlands der Sommer zurückgekehrt ist, muß auch dort festgestellt werden, dass das schöne Wetter nicht über die Schattenseiten des Lebens hinwegtäuschen kann: Nun Mitte August ist die Deutsche Psychiatrische Gesellschaft bereit eine erste Einschätzung zu den zunehmenden Sommerpsychosen in Deutschland zu machen.

Auslöser war nicht zuletzt ein Amoklauf des alleinlebenden Dauerarbeitslose Siggi P., der im Berliner Tiergarten unbedarfte Freizeitsuchende überfiel und diese mit Schreitiraden traktierte. Erst die Polizei konnte seinem Treiben ein Ende bereiten. Sein hysterischer Schrei “Es ist sonnig, 32 Grad im Schatten und mir geht es immer noch Scheiße!” klingt derzeit noch in den Ohren so vieler Berliner nach, dass die Behörden eine Notrufhotline, sowie einen psychologischen Beratungsdienst eingerichtet hat.

“Nein, wir können nicht mehr von Einzelfällen sprechen,” meint etwa auch Professor Regine Hasmussen von der Psychatrischen Klinik in Weldlage. “Sommerpsychosen sind ein ernstzunehmendes Problem unserer Gesellschaft mit dem wir offensiv umgehen müssen. Es kann nicht sein, dass wir weiterhin versuchen diese Problem unter den Tisch zu kehren.”

Zu den Symptomen der Sommerpsychose gehört dabei vor allem andauernde Unruhe, Unfähigkeit auch nach zwölf Arbeitsstunden ein entspanntes Freizeitverhalten an den Tag zu legen und ein generell unzureichender Umgang mit Urlaub, schönem Wetter oder exotischen Reisezielen. “Bei vielen Patienten erkennt man eine beginnende Sommerpsychose bereits bei der Reiseplanung,” erklärt Professor Hasmussen. “Hier sollten Partner und Familie besonders auf Anzeichen von manischem Verhalten legen. Auch exzessives Posten von Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken kann ein Indiz sein. Es ist nicht so, dass dies immer eine beginnende Sommerpsychose andeutet, sondern dass sich Angehörige auf Warnsignale achten. Leider gibt es auch spontane Ausbrüche.”

Dies war etwa bei dem Lehrer, der mehrere Tage lang für Angst und Schrecken unter Wanderer in der Eifel gesorgt hatte, obwohl er eigentlich selber zu dieser Gruppe gehört hatte. Noch bei der Zeugnisvergabe an die von ihn unterrichteten 14 Schulklassen war seinen Kollegen nichts auffälliges an Oberstudienrat R. aufgefallen. Nichts deutete darauf hin, dass knapp einen Monat später von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei aus einem Waldstück geborgen werden mußte, wo er unter lautem Brüllen mit seinen nackten Fäusten auf Baumstämme eindrosch. Nach Augenzeugenberichten soll er dabei lautstark die “scheiß unnütze Drecksnatur” verflucht haben.

Trotz der Tragik dieses bei Schülern und Kollegen durchaus beliebten Zwischenfalls sind die Behörden vor allem aber auch um die Sicherheit von Passanten und Unbeteiligten besorgt, die dem meist ziellosen Wüten von Sommerpsychotikern ausgesetzt sind. “Bisher gibt es – Gott sei Dank – noch keinen Fall, wo Beamte von ihren Schußwaffen Gebrauch machen mußten,” meint dazu etwa Kommissarin Wedegast von der Sondereinsatzkommission “Sommer” aus Hannover. “Aber die Beamten müssen immer darauf achten, dass Unbeteiligte nicht durch eine Sommerpsychose in Mitleidenschaft gezogen oder sogar angesteckt werden. Entgegen dem, was sonst so in der Presse zu lesen ist, noch sind wir von epidemischen Ausmaße weit entfernt.”

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