Hat Stiftung Warentest das eigentlich schon getestet?

Keiner will mehr Europa. Es ist schon bedauerlich. Überall bieten die Europa-Händler erfolglos ihre Produkte an und selbst der ständige Preisverfall hat Europa bei den Bürger nicht beliebter gemacht. Selbst erst neulich mußte ein politischer Großhändler die umfangreiche Aktion “Kauf ein Europa, erhalte ein Griechenland kostenlos” erfolglos einstellen.

Natürlich hat Europa im Moment keinen guten Ruf. Bereits seit längerem hat sich die Reklamationshäufigkeit für Europas deutlich erhöht. Vor allem in südlichen Ländern hatte sich schon seit Jahren die Fehleranfälligkeit von Europa immer wieder schmerzhaft bemerkbar gemacht. Gerade wenn mit einem Boot auf dem Mittelmeer kentert, möchte man aber ungerne mit irgendwelchen Produktunzulänglichkeit und dem Ausfall von zugesagten Garantieansprüchen konfrontiert werden.

Auch die umstrittene Marketingkampagne zu seiner Gründung (die mit der Jungfrau und dem Stier, Sie erinnern sich sicherlich) hatte nicht unbedingt zum ersten Erfolg beigetragen. Doch dies ist lange her und seitdem hat Europa sich durchaus als Marke etabliert. Zwar ließ der Kundenservice schon immer zu wünschen übrig und wenn man in der Zentrale des Herstellers in Brüssel anrief, ging selten jemand ans Telefon (außer man besaß eine weitestgehend gemeingehaltene Nummer direkt in die Chefetage). Doch über die Verbreitung von Europa ließ sich wenig streiten: Es war durchaus überall im Einsatz. Zuletzt schien Europa insgesamt ein durchaus positives Image zu haben, daran konnten auch für Marketingzwecke angeworbene 80er-Haar-Metal-Bands nicht ändern.

Doch hinter den Kulissen ging es nicht so positiv zu. Hartnäckig hielten sich die Gerüchte das, dass Europa nicht mehr so einfach durch den TÜV kommen würde und die dennoch ließen die verantwortlichen Manager des Herstellers weiterhin verbreiten, dass ihr Produkt voll funktionstüchtig sei.

Nachdem auch interne Querelen an die Öffentlichkeit gelangt sind und erste Investoren nervös geworden sind (versprochene Dividenden bleiben seit Jahren aus), versucht das Management mit einer großangelegten Marketingkampagne das Ruder erneut herumzureißen. Motto: “Ich will Europa!”

Doch das ist eine Verkennung der Lage: Im Marketing war diese Firma noch nie sonderlich gut. Ja, man kann fast sagen, dass es ihr immer dann am besten ging, wenn sie mal nicht in den Schlagzeilen zu finden war. Deswegen könnten sich kritische Verbraucher natürlich nun besonders fragen, ob sie überhaupt sich noch ein Europa zulegen wollen. Und wenn ja, was befindet sich eigentlich darin? Und was steht da eigentlich im Kaufvertrag?

Dennoch geben sich auf der dazugehörigen Webseite mehr oder weniger Prominente (zumeist Anteilseigner der Herstellerfirma) nebst ihrem Gesicht und noch ein paar unverbindlichen Worte dafür her. Das ist ja alles schön und gut, aber würden die Damen und Herren mir auch mein funktionsuntüchtiges Europa abnehmen?
Nein? Okay, wer überzeugt mich jetzt davon, dass es nicht doch ein Fehlkauf war?

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